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| Copyright: Cornelia Conrad |
die Hitze heruntergepresst wurde auf Fleisch, Gras undWasser."
Da sitzen sie im Freibad auf dem sommerheißen Steinmäuerchen und schmachten Lore hinterher: Zungenkuss, Bubu, Hosenmacher, Knuffke und der Ich-Erzähler. Es ist Nachmittag, im Schwimmbecken kreischen und juchzen Kinder. Über ihnen "eine langsam zuwachsende Lärmschneise, die ein Düsenjäger in den Himmel gerissen hatte." Aber Lore im roten Badeanzug beachtet die 15jährigen Bengel nicht, sie ist vier Jahre älter – also Lichtjahre entfernt.
Es ist der Sommer 1944. Die Jungs der Freibadclique interessieren sich nicht für den Krieg, sie interessieren sich mehr dafür, wie sie in Filme kommen, die nicht jugendfrei sind und für Feindsender, in denen sie Duke Ellington, Benny Goodman und Glenn Miller hören können. Sie sind cool, sie haben ein freches Mundwerk, sie philosophieren schnoddrig über das, was sie bewegt: Mädels, Schule schwänzen, hin und wieder auch die Knallchargen in Berlin; Gefühle werden in Halbstarkenmanier übersprungen. Trotzdem haben alle vier hinter ihrer scheinbaren Lässigkeit eine zarte und verletzliche Seele, in der die Angst kauert. Denn sie wollen leben. Allen voran Knuffke, der Berliner Junge, der in der schwäbischen Kleinstadt gelandet ist und der reifer und weiter ist als die anderen drei, weil er als Flüchtlingskind ohne Eltern überleben muß und will. "Bleib übrig!"






